Konzerte (Ausland) Meine Musikredaktion kann sich sehr für Statistik begeistern. Deshalb kann ich berichten, dass ich 2017 insgesamt 22...


Konzerte (Ausland)

Meine Musikredaktion kann sich sehr für Statistik begeistern. Deshalb kann ich berichten, dass ich 2017 insgesamt 22 Konzerte besucht habe, davon 14 im Inland ( dabei, das darf man auch nicht vergessen, ein Konzert im eigenen Wohnzimmer) und 8 im Ausland. Das ist aber natürlich nicht alles, hinzu kommen nämlich noch zwei Festivals mit insgesamt 27 Konzerten im Ausland und eines mit 17 Konzerten im Inland.  Alles zusammen ergibt dann 66 Konzerte, davon 35 im Ausland. Reichlich Auswahl also für eine Top 5-Liste der Auslandskonzerte!

Die zugehörigen Blogeinträge sind natürlich wieder verlinkt.

5. Arcade Fire - 17. Juni 2017 - Hilvarenbeek (NL)


Dass Arcade Fire eine mitreißende Liveband sind, wird wohl niemand bestreiten können. Für mich litt der Auftritt ein wenig unter der Enge im Publikum und der eingeschränkten Bühnensicht. Aber trotzdem beeindruckend.

4. Jarvis Cocker - 30. Dezember 2017 - Rejkavik (IS)


Eine Charme-Offensive am späten isländischen Abend, und die neuen Lieder klangen auch gut!

3. Tori Amos - 10. September 2017 - Luxemburg (LU)


Ein erfreulich "kleines" Konzert der großen Musikerin, das die etwas längere Anreise rechtfertigte.

2. U2 - 16. Juli 2017 - Rom (IT)


"Klein" war bei diesem Konzert nur Bono (...Schenkelklopfer). Mein erstes Konzert in derart riesigem Stadionrahmen, mit der angeblich größten LED-Wand aller Zeiten. Perfektes Zusammenspiel von Band, visuellen Effekten und den Zuschauern.

1. Slowdive - 6. Oktober 2017 - Amsterdam (NL)


Spielfreude, wunderschöne Songs und die stets lächelnde Rachel - (Auslands-) Konzert des Jahres!

Labbits Auch die Labbits haben es dieses Jahr wieder geschafft, einen eigenen Beitrag zu bekommen. Da ich viele von ihnen im Adventskale...

Labbits

Auch die Labbits haben es dieses Jahr wieder geschafft, einen eigenen Beitrag zu bekommen. Da ich viele von ihnen im Adventskalender fand, hat der eine oder andere ein weihnachtliches Motiv. Hier die Charts:

5.

4.

3.

2.

1.

Hörbücher 5. Lisa Jewell - I Found You (gelesen von Helen Duff) Ein Mann verschwindet von einem Tag auf den anderen in London....


Hörbücher


5. Lisa Jewell - I Found You (gelesen von Helen Duff)


Ein Mann verschwindet von einem Tag auf den anderen in London. Seine brandneue Ehefrau sucht ihn und stellt dabei fest, dass sie fast gar nichts über ihren Lebenspartner weiß. Parallel taucht ein Mann ohne Gedächtnis in einem Seebad auf.
Die auf verschiedenen Zeitebenen erzählte Geschichte lässt einen lange im Unklaren, was die Vorgeschichte mit der Gegenwart zu tun hat und verfügt über sehr sympathische Figuren. Nur die Auflösung funktionierte für mich allzu glatt. Hier habe ich schon über das Buch geschrieben.

4. Louise Candlish - The Swimming Pool (gelesen von Gabrielle Baker)


Natalie hat eine langweilige Ehe, eine schwierige Tochter und in den Schulferien Langeweile. Als in ihrer Nachbarschaft ein Freibad eröffnet, scheint der Sommer gerettet zu sein, insbesondere als sie eine glamouröse neue Freundin kennenlernt und in deren exklusiven Kreis aufgenommen wird. Allerdings fragt sich jeder in Natalies Umfeld, was die neuen Freunde eigentlich an ihr finden.
Als das Geheimnis endlich gelüftet wurde, war ich bereits ziemlich genervt von der Geschichte, aber dafür überraschte mich das Ende dann doch sehr. Hier gab es schon mehr dazu.

5. Liane Moriarty - What Alice Forgot (gelesen von Caroline Lee)


Alice Love stürzt im Step Aerobic Kurs, ist kurz ohnmächtig und hat beim Aufwachen die letzten zehn Jahre vergessen. Sie erkennt weder den Menschen, der sie jetzt ist, noch möchte sie so sein. Was eine platte Geschichte im Hera Lind-Stil sein könnte, untersucht in Wirklichkeit intelligent, wie sich das Leben im Laufe der Jahre verändert - und wie unser jüngeres Ich wohl reagieren würde, wenn es das heutige träfe. Hier gab es dazu schon mehr zu lesen.

2. Andreas Föhr - Eisenberg (gelesen von Michael Schwarzmeier)


Föhrs Alpenkrimis haben sich aus meiner Sicht überlebt, aber sein neues Projekt, eine Geschichte um eine Edel-Anwältin aus München, geht hoffentlich auch in Serie. Rachel und ihr Umfeld haben mich sehr gut unterhalten, nur wies die Geschichte so manchen unglaublichen Zufall auf (und die schnellste iPhone-Kopie aller Zeiten)... Eisenberg habe ich hier schon vorgestellt.

1. Alex Marwood - The Killer Next Door (gelesen von Imogen Church)


Die Geschichte um ein Mietshaus in London, in dem wirklich jeder etwas zu verbergen hat (sonst würde man auch nicht bei einem derart widerlichen Vermieter wohnen), unterhielt mich sehr gut. Zugegebenermaßen gab es mehr als eine wirklich eklige Stelle (ich weiß jetzt recht detailliert, wie man eine Leiche mumifiziert...), aber das wurde dadurch aufgewogen, dass andere Figuren durchaus sympathisch waren und die Handlung für mich echte Überraschungen aufwies.

Von Alex Marwood (Pseudonym der britischen Autorin Serena Mackesy) würde ich gerne mehr lesen und besitze auch schon ein anderes Buch. Und ironischerweise ist mein Jahressieger das einzige der hier aufgeführten Hörbücher, das ich nicht separat vorgestellt habe!


Filme Man glaubt es kaum, ich habe dieses Jahr tatsächlich einmal eine vergleichsweise beachtliche Zahl Filme gesehen. Fantastic Beasts ...

Filme

Man glaubt es kaum, ich habe dieses Jahr tatsächlich einmal eine vergleichsweise beachtliche Zahl Filme gesehen. Fantastic Beasts and where to find them und Wonder Woman musste ich schweren Herzens aus den Top 5 streichen, über La La Land kann ich nichts dergleichen behaupten. Und Get Out mag ganz gut sein, aber muss man es allen Ernstes in seine Jahrescharts lassen? Ich denke nicht. Aber wer hat es denn nun geschafft?

5. Es (Original: It)


Ich halte Stephen Kings Es in Romanform allen Ernstes für ein literarisches Meisterwerk. Die Verfilmung ist, nun ja, eine gute Verfilmung. Während eine der Haupteigenschaften des Romans ist, dass er Vergangenheit (Kindheit) und Gegenwart (Erwachsensein) der Protagonisten parallel erzählt, wagte der Film es, beides komplett zu trennen. Folglich bin ich sehr gespannt, wie die Fortsetzung mit völlig neuen Schauspielern funktionieren wird...

4. Guardians of the Galaxy Vol. 2


Bei den Guardians wird an allem gespart, sogar am Filmuntertitel, aber das gehört zum Konzept. Der Film um die All-Außenseiter, die sich hauptsächlich miteinander streiten, hatte wieder viele gute Witze parat, insbesondere alles, was mit dem kleinen Groot zu tun hatte.

3. Blade Runner 2049


Wer hätte gedacht, dass man zu Blade Runner eine sinnvolle Fortsetzung machen könnte? Zwar hat die 2017er Version möglicherweise weniger Klassiker-Potenzial als der erste Teil (ähnlich wie beim Trainspotting-Sequel, das ebenfalls sehr ordentlich war), aber der Film hatte etwas zu erzählen, und Harrison Ford kehrte auf eine angemessene Art zurück. Dass Ryan Gosling nicht tanzen musste, war auch super...

2. Arrival


Man könnte meinen, dass zum Thema Aliens filmtechnisch nun wirklich einmal alles gesagt wäre. War aber nicht so. Streng genommen kein Film vom letzten Jahr, aber ich sah ihn 2017 und fand ihn toll. Außerdem endlich mal ein Film mit einer Sprachwissenschaftlerin (bin ich auch!) als Heldin...

1. Logan


Logan ist sicherlich der deprimierendste Marvel-Film aller Zeiten, gewissermaßen Hugh Jackmans oder Wolverines filmische Variante von Johnny Cashs späten Balladen ("Hurt" unterlegte glaube ich auch den Trailer). Wolverine will und kann nicht mehr, aber er muss immer noch ein Held sein, weil es sonst niemand gibt. Sehr mutig, einen solchen Film zu machen, der doch dem unvorbereiteten, Popcorn essenden Superheldenfan den Abend verderben dürfte. War aber toll.



Videos Fast jeden Sonntag gibt es hier einen Sendeschluss, da fällt es relativ leicht, die besten des Jahres zusammen zu stellen. Relat...


Videos

Fast jeden Sonntag gibt es hier einen Sendeschluss, da fällt es relativ leicht, die besten des Jahres zusammen zu stellen. Relativ.

5. Bedroom Eyes - After I was a kid but before I grew 

Im Jahr der dritten Staffel von Twin Peaks (oh, hätte ich diese verschwendeten Stunden nur zurück!) gab es auch ein thematisch passendes Video. Das, immerhin, war gut.


4. Kettcar - Sommer '89

Im Grunde erzählt das Video auch nicht mehr als der Song, aber die Botschaft ist genauso richtig und schön. Über das Recht, ein besseres Leben zu wollen.


3. Leningrad - Кольщик

Ungeschicklichkeiten, Tiger und ein Moment, in dem wirklich alles schief geht.


2. OK Go - Obsession

Natürlich ist OK Go auch dieses Mal etwas totel Verrücktes eingefallen, bei dem man sich niemals hätte vorstellen können, dass es funktioniert.


1. Kasabian - You're In Love With A Psycho

Und jetzt alle zusammen: You're in love with a psycho / You're in love with a psycho / And there's nothing you can do about it...

Konzerte (Inland) Letztes Jahr war die Konzertfülle im Ausland so groß, dass sie eine eigene Kategorie rechtfertigt. Konzentrieren wir ...


Konzerte (Inland)

Letztes Jahr war die Konzertfülle im Ausland so groß, dass sie eine eigene Kategorie rechtfertigt. Konzentrieren wir uns also zuerst auf die Bands, die ich in deutschen Landen sah. Der zugehörige Bericht ist jeweils verlinkt.

5 Jens Lekman - 19. April 2017 - Köln


Jens war von seinem Konzert im Kölner Artheater so begeistert, dass es fast unhöflich wäre, ihm da nicht beizupflichten.

4 The xx - 28. Februar 2017 - Düsseldorf


Mein erstes Mal The xx (außerdem die einzige Band, die sich für die In- und Auslandskategorie qualifiziere konnte). Eine tolle Liveband, insbesondere, wenn man sie noch nie gesehen hat.

3 The Lake Poets - 8. April 2017 - Montabaur


Leider unser einziger Wohnzimmergast 2017, aber dafür mit einem sehr schönen Auftritt.

2 Depeche Mode - 5. Juni 2017 - Köln


Ein Überraschungsgeschenk, bei dessen Einlösung es zudem die Überraschung gab, dass ich Depeche Mode immer noch sehr gerne live sehe.

1 Nick Cave - 7. Oktober 2017 - Frankfurt


Konzert des Jahres 2017 - eigentlich würde ich nach dieser Erfahrung sagen, dass Nick Caves Konzerte vermutlich immer großartig sind, nur war ich bereits bei einem, dass es (für mich) nicht war. Anfängerpech.

Suppen Letztes Jahr nahm ich erstmalig Suppen in meine hochwichtigen Jahrescharts auf, und eigentlich hätte ich erwartet, der Liste i...


Suppen

Letztes Jahr nahm ich erstmalig Suppen in meine hochwichtigen Jahrescharts auf, und eigentlich hätte ich erwartet, der Liste im Folgejahr wenig hinzufügen zu können. Tatsächlich machte ich aber (sicherlich auch, weil die Marke Little Lunch so beliebt ist und etliche Nachahmer inspiriert hat) beim Einkaufen diverse Suppen-Neuentdeckungen.

Aus der Gläser-Reihe tanzen lediglich die Suppen von Bonduelle (Plastikbecher aus dem Kühlregal) und Natsu (ebenso). Natsu finde ich dabei als Marke so toll, dass ich eigentlich gerne separat über die Suppen, Sandwiches, Wraps und Salate schreiben würde - wenn das nicht so nach Werbe-Influencer klingen würde.

5. Rote Linsen-Suppe von Alnatura


4. Cremesuppe Tomate und Cranberry von dm Bio


3. Champignonsuppe von Bonduelle


2. Gemüsesuppe Quinoa mit Süßkartoffeln von Natsu


1. Cremige Erdnuss-Suppe von Daily Soup


Alben Aus meinen, meist in einer gewissen Hektik zum Jahresende entstehenden, Bewertungen bei Platten vor Gericht kann man stets auch ...


Alben

Aus meinen, meist in einer gewissen Hektik zum Jahresende entstehenden, Bewertungen bei Platten vor Gericht kann man stets auch gleich meine eigenen Top 5 ableiten. Teils bin ich selbst überrascht, mit der Nummer 1 bin ich aber einmal völlig in meinem Umfeld mehrheitskonform.

5. Kasabian -  For Crying Out Loud


4. Otago - Otago


3. Stars - There Is No Love In Fluorescent Light


2. Depeche Mode - Spirit


1. Slowdive - Slowdive


Bücher Ha! Fast hätte man meinen können, es gäbe dieses Jahr keinen Jahresrückblick. Immerhin ist der Januar ja schon fast halb vorbei....


Bücher

Ha! Fast hätte man meinen können, es gäbe dieses Jahr keinen Jahresrückblick. Immerhin ist der Januar ja schon fast halb vorbei. Aber er kommt, nur eben eher spät, denn wegen der ganzen Islandberichte kam ich zu nichts. Beginnen wir also einfach, damit sich die Geschichte zumindest nicht in den Februar zieht, und zwar mit Büchern.

Traurigerweise habe ich 2017 kaum gelesen - weiterhin ließ ich mir viel vorlesen, was aber in eine andere Kategorie fließt, und dann gab es auch noch ein Spiegel-Abo ab September, das die Lesezeit für Bücher weiter einschränkte. Immerhin habe ich 2018 schon zwei Bücher beendet, also besteht Hoffnung. Hier also die Top 5, bei geringer Auswahl:

5. Holly Black / Cassandra Clare - Der Schlüssel aus Bronze


Über Band 3 der Serie um eine Gruppe von amerikanischen Zauberschülern dachte ich dasselbe wie über die Vorgänger: Irgendwie eine dreiste Harry Potter-Kopie - irgendwie aber auch ziemlich spannend. Ich möchte in jedem Fall gerne wissen, wie die Reihe weiter geht.

4. Tana French - The Likeness


Hier berichtete ich bereits über die Geschichte, die für mich darunter leidet, dass die Grundidee (eine Polizistin gleich einem Mordopfer aufs Haar und kann deren Leben übernehmen) mir sehr unglaubwürdig erscheint. Das ändert aber nichts daran, dass die Geschichte, wenn man sich dann mit diesem Umstand abgefunden hat, sowohl spannend als auch gut erzählt ist.

3. Ben Aaronovich - The Hanging Tree


In der Reihe um den zaubernden Londoner Polizisten Peter Grant sind wir nun schon bei Teil 6 angekommen. Für mich wäre es wohl an der Zeit, Teil 1 bis 5 nochmals zu lesen, denn mir kommen Teile der "großen", sich über alle Teile hinweg entwickelnden Geschichte mittlerweile reichlich verworren vor. Nichtsdestotrotz machte auch dieser Band, der glücklicherweise auch wieder in London spielt, großen Spaß.

2. Sarah Waters - The Paying Guests


Über The Paying Guests schrieb ich hier auf dem Blog auch bereits. Wie alle von Sarah Walters Romanen gefällt mir vor allem die historische Komponente sehr gut - und das, obwohl ich wahrlich kein Fan des historischen Romans bin. Aber Walters versetzt einen (oder mich) tatsächlich in die Zeit des Geschehens, in diesem Fall London nach dem 1. Weltkrieg. Die Geschichte an sich war auch gut, stellenweise allerdings ein bisschen langsam erzählt.

1. Liane Moriarty - Big Little Lies


Ein Überraschungssieger (zumindest für mich)! Hätte ich Sarah Waters zur Jahressiegerin gekürt, stünde ich etwas intellektueller da, denn Moriarty schreibt, nun, "Chick Lit". Nichtsdestotrotz gefiel mir dieser Roman um Helikoptereltern in Sydney in diesem Jahr am besten, was sicherlich auch mit der Verfilmung als Fernsehserie zu tun hat. Hier schrieb ich schon recht ausführlich darüber.

Der letzte Tag des Norður Og Niður Festivals war zugleich der längste - kein Ausflug und keine Stadtbesichtigung hielt uns davon ab, das ...


Der letzte Tag des Norður Og Niður Festivals war zugleich der längste - kein Ausflug und keine Stadtbesichtigung hielt uns davon ab, das komplette Bandprogramm zu besuchen. Nun ja, wohl nicht da komplette - aber doch sehr viel.


Der Tag begann für uns mit amiina. Das Quartett, das in der Vergangenheit viel mit Sigur Rós zusammen gearbeitet hat, sich allerdings mittlerweile in der Besetzung stark verändert hat, veröffentlichte 2016 den selbst komponierten Soundtrack zu einem Fantômas-Stummfilm, genauer gesagt zu Juve contre Fantômas. Anlass hierfür war das hundertjährige Jubiläum der französischen Filmreihe, zu dem die Episoden restauriert und von unterschiedlichen Künstlern neu musikalisch unterlegt wurden.

Genau das, nämlich sowohl den 30minütigen Film, in dem der böse Fantômas der Polizei immer einen Schritt voraus ist, bekamen wir nun mit einem Live-Soundtrack zu sehen. Vorab erklärte der Schlagzeuger Magnús Trygvason Eliassen in einer sehr langsamen, von vielen "Äh"s gekennzeichneten Rede, das Projekt. Aufgrund meiner Ansagen vor unseren Wohnzimmerkonzerten konnte ich mich gut in ihn hinein versetzen. Mein Freund ist immer froh, dass er nicht an meiner Stelle ist, so ging es an diesem Abend wohl Guðmundur Vignir Karlsson, Maria Huld Markan Sigfúsdóttir und Sólrún Sumarliðadóttir.


Der Film an sich war, nun, alt - im Festivalprogrammheft erklärt Sólrún Sumarliðadóttir mit Recht, dass die Handlung aus heutiger Sicht ein seltsames Tempo hat - manche Szenen scheinen sich um gar nichts zu drehen, in anderen passiert dann sehr viel. Unterhaltsam war der Film aber allemal, und der live gespielte Soundtrack passte absolut perfekt dazu. Ein kleines technisches Problem, durch das sowohl Film als auch Konzert neu gestartet werden mussten, wiederholte sich zum Glück nicht. Glücklicherweise passierte es nach nicht einmal 5 Minuten.

Setliste:

Fantômas
Juve & Fandor
Paris
Café
Simplon Express
Telegram
Entrepôts de Bercy
Crocodile
Lady Beltham
Bourreau Silencieux
l’Homme Noir


Eher im Vorbeigehen gingen wir anschließend zum Liminal Soundbath. Hierbei handelte es sich um einen "flowing stream of sonic warmth" von Jónsi und Alex Somers sowie Paul Corley. In der Programmheft-Beschreibung stand, man bekäme beim Eintritt ein Glas Schnaps (Brennivín), außerdem solle man nach Belieben eine Decke mitbringen.

Als wir eintraten, lief die Performance bereits, der Schnapsausschank war offenbar beendet und es war gar nicht so einfach, sich in dem dunklen Raum zu orientieren, denn tatsächlich saßen und lagen überall Leute. Dazu schien irgendwo Dampf auszutreten, und es roch nach Holzfeuer. An der Decke befand sich eine Art Discokugel, gestaltet von Juan Azulay, die je nach den Entwicklungen der laufenden Musik ihre Farbe und Helligkeit änderte.

Für uns war nicht erkennbar, ob die Musiker überhaupt anwesend waren oder aber die Musik einfach vom Band lief - vermutlich aber ersteres. Ohne Begrüßungsschnaps war es aber schwierig, sich komplett in die Musik-Geruch-Leuchtobjekt-Erfahrung zu versenken, und so blieben wir nicht bis zum Ende.


Draußen im Foyer gab es dann noch mehr Verwunderndes zu sehen: Gerade traten Data Grawlix auf, eine "assembly of moving statues". Am ehesten passt wohl der Begriff "Performancekunst" zum Dargebotenen: Eine Frau im weißen Overall dirigierte zu Musik, die aus ihrem Laptop kam, vier sitzende Personen, die ihrerseits weiße Overalls trugen (die Variante, die man zum Renovieren kaufen kann) und sich zusätzlich Holzstäbchen an die Finger geklebt hatten, mit denen sie nun zur Musik gestikulierten.


Wenn einem das noch nicht abgefahren genug war, konnte man sich aber auch auf die Künstlerin konzentrieren, die direkt daneben saß: Sara Riel zeichnete auf einem Untergrund, der direkt auf einen Bildschirm projiziert wurde, zur Musik - nicht nur zu Data Grawlix, sie hatte hier für den ganzen Festivaltag ihren Platz und ließ ihre Hand frei zur Musik fließen. Die Ergebnisse ähnelten für mich Banausin arg dem, was man produziert, wenn man beim Telefonieren vor sich hin kritzelt. Allerdings muss ich zugeben, dass die Bilder auf Riels Website um einiges besser aussehen als das, was ich beim Festival beobachtete. Riel hat auch bereits Plattencover für múm gestaltet.


Für uns ging es ein weiteres Mal nach "Silfurberg", wo nun Stars of the Lid auftraten. Es handelte sich, was für eine Abwechslung, um Instrumentalmusik, zu der Projektionen gezeigt wurden. Wir fanden keinen Sitzplatz im nun bestuhlten Saal, da wir uns aber in der Harpa mittlerweile gut auskannten, organisierten wir uns schnell Stühle. Die eigentlichen Bandmitglieder, Brian McBride and Adam Wiltzie, trugen Tankstellenoveralls, auf deren Rücken man "Big Ed's Gas Farm" lesen konnte - eine Twin Peaks-Referenz? Beide standen an den Bühnenrändern und bedienten Synthesizer und Gitarren, häufig mit dem Rücken zum Publikum. In der Bühnenmitte befanden sich ein Streichtrio (zwei Geigerinnen und eine Cellistin) und ein Mann, der hauptsächlich Kabel in eine Art Synthesizerschrank zu stecken schien.


Das Ergebnis waren lange andauernde, stetig an- und abschwellende Melodien und Soundlandschaften, die ich persönlich schlicht langweilig fand. Dass der erste Song annähernd 30 Minuten dauerte, machte die Sache für mich auch nicht einfacher. Der Rest des Publikums lauschte andächtig bis gebannt und durch die bunten Projektionen auf drei Viertel der Wände fühlte man sich ein wenig wie in einer Kathedrale, was auch ein sehr guter Konzertort für Stars of the Lid wäre. Ich war dennoch auch nicht traurig, als wir das Set vorzeitig verlassen mussten: Wir hatten nämlich nochmals Karten für Sigur Rós.


Die Idee beim Ticketkauf fürs zweite Konzert war eigentlich gewesen, einmal besonders gute und einmal besonders "günstige" Tickets zu haben. Aufgegangen war das leider nicht, denn wie bereits berichtet hatten wir beim Konzert drei Tage zuvor keineswegs direkt vor der Bühne, sondern auf dem zweiten Rang gesessen. Heute hatten wir Tickets für den dritten Rang, wiederum gegenüber von der Bühne, aber auch noch in der siebten Reihe. Weiter entfernt konnte man kaum von der Band sitzen, dennoch ist der Saal "Eldborg" aber so geplant, dass man auch aus dieser Position die Bühne gut sehen kann. Etwas störend war allerdings unsere Umgebung auf den "billigen Plätzen" - rechts und links von uns saßen Briten, die zwar einerseits begeistert von der Band waren, andererseits aber trotzdem die ganze Zeit redeten und offensichtlich viel von dem Brennivín erhalten hatten.


Nach 127 Konzerten in 19 Monaten in 37 Ländern auf 5 Kontinenten sollte am 30. Dezember in Reykjavik der Schlusspunkt unter die aktuelle Tour gesetzt werden. Im Verlauf der Zeit fanden neben "Óveður" mit "Á" als Opener sowie "Niður" und "Varða" noch drei weitere unveröffentlichte Songs den Weg in die Setliste. Der letztgenannte Song sollte den ersten Teil des Konzertes beschließen, denn erneut gab es eine 20-minütige Unterbrechung. Während Jónsi Birgisson (Gesang, Gitarre) und Orri Páll Dýrason (Schlagzeug) die Bühne im Verlauf des Songs verlassen hatten, ließ Georg Hólm das Lied am Piano langsam ausklingen. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können.


Das Set der Band war identisch zu dem drei Tage zuvor, mit denselben Songs und beeindruckenden Video- und Lichtinstallationen. Nur deutlich lauter war es auf den obersten Rängen im Vergleich zu unserem ersten Sigur Rós Abend, vielleicht hatte sich das Trio ein Beispiel an Kevin Shields und Mogwai genommen. Jónsi sprach dieses Mal etwas länger mit dem Publikum, aber leider konnten wir natürlich nichts verstehen. Erneut war der zweite Teil mit "Sæglópur", "Ný Batterí", "Vaka" (auch als "Untitled 1" bekannt) und "Festival", bei dem Jónsi einen Ton für handgestoppte 53 Sekunden hielt, der deutlich stärkere. Am Ende des wirklich letzten Sigur Rós Songs, dem traditionellen Schluss- und Höhepunkt "Popplagið", brachen auch bei den drei Isländern alle Dämme: Jónsi riss die Verstärker um und rannte, die Hände an der Kopf gepresst in Richtung Backstage, Orri zerlegte sein Schlagzeug und beförderte ein Becken per Kung Fu-Tritt in die Ruhepause und Georg zertrümmerte seinen Bass auf der Bühne.

Setliste:

Á
Ekki Múkk
Glósóli
E-Bow
Dauðalagið
Fljótavík
Niður
Varða

Óveður
Sæglópur
Ný Batterí
Vaka
Festival
Kveikur
Popplagið


Am Ende hatten wir es eilig, denn wir wollten sehr gerne das Set von Jarvis Cocker sehen, der direkt im Anschluss im Raum "Norðurljós" auftreten sollte. Der Übergang klappte dann überraschend gut - wir konnten noch in den Raum hinein und hatten auch nicht den Anfang verpasst.

Ähnlich wie schon bei Kevin Shields war auch bei Jarvis Cocker die Frage, was er überhaupt darbieten würde. Einen Vortrag würde er schon einmal nicht halten, das hatte er ja bereits am Vortag getan. Dort hatte er auch einen Pulp-Song allein mit der akustischen Gitarre dargeboten. Also eine Soloperformance? Cockers Soloalben sind 2006 und 2008 erschienen, seine letzte Veröffentlichung, eine Kollaboration mit Chilly Gonzales, würde er sicherlich nicht ohne diesen präsentieren. Und am bekanntesten ist Cocker für seine Band Pulp, deren letztes Album aber schon sechzehn Jahre alt ist.


Vor Ort zeigte sich, dass Cocker eine Band dabei hatte. Er betrat die Bühne mit einem Handspiegel vor dem Gesicht und sang ein Lied, das offenbar neu war. Anschließend ging es weiter mit einer Mischung aus neuen Songs, die meist angesagt wurden, sowie älteren, die vorwiegend Cockers Soloalben entstammten. Jarvis erklärte, er sei vor drei Monaten gefragt worden, ob er beim Festival auftreten könne, habe zunächst Nein gesagt, sich anschließend umentschieden und seitdem geprobt.

Zwischen den Liedern gab es stellenweise recht lange und stets höchst amüsante Exkurse zu allem möglichen, etwa der Frage, ob Elvis je in Island gewesen sei und zum berühmten isländischen Klatschen bei der letzten Fußball-Europameisterschaft. Am absurdesten war vermutlich sein Gespräch mit jemand in der ersten Reihe, das Jarvis begann, in dem er fragte, ob er den Pullover der Person anfassen dürfe und dann uns weiter hinten erklärte, das sei nicht seltsam von ihm, die Person habe den Pullover nämlich aktuell gar nicht an - weiter ging es dann mit ein paar Sätzen über den Vorteil von Kunstfaser (50% Polyester - that gives it durability).


Wieder einmal hatte auch Mary Lattimer eine kleine Rolle, denn sie stand im Publikum direkt vor uns, und Jarvis fragte nach ihr, weil sie in der aufgenommenen Version von "You're in my eyes (Discosong)" die Harfe gespielt hatte. Heute Abend übernahm das jemand anderes, aber die Musiker-(oder Harfisten-?) welt ist offensichtlich klein. Insgesamt fanden im Verlauf des Abends gleich fünf Lieder ihre Live-Premiere.

Wie häufig bei Musikern, die zwischen den Liedern viel sprechen, ging das Set viel zu schnell vorbei. Als Zugabe wünschte sich jemand im Publikum laut "Razzmatazz", allerdings vergeblich. Jarvis tat so, als würde er dieses, vermutlich isländische, Wort nicht kennen, freute sich aber dennoch über die Begeisterung, die diesem Lied entgegen gebracht wird. Wir bekamen dennoch einen Pulp-Song, aber einen recht unbekannten: "His 'n' Hers" ist auf dem gleichnamigen Album gar nicht enthalten, sondern war nur auf der "The Sister EP".


Cockers unveröffentlichte Lieder klingen größtenteils vielversprechend (also stark nach Pulp), hoffentlich kommt bald etwas Neues von ihm.

Setliste:

Sometimes I Am Pharoah
Elvis has left the building
Further Complications
You're in my eyes (Discosong)
Must I evolve?
Fat Children
Am I missing something
Swanky Modes
Cunts are still running the world

His 'n' Hers


Unser letzter Weg des Festivals führte nochmals nach "Silfurberg", wo nun Ulrich Schnauss (zumindest für uns) das Festival abschloss. Ich kannte den Musiker vorab überhaupt nicht, er ist neben seiner Solomusik vor allem im Bereich Soundtrack aktiv und zu meiner Überraschung ein Mitglied der Band Tangerine Dream (zu meiner Überraschung, weil ich nicht wusste, dass die Formation noch existiert).

Schnauss spielte überraschend dezentral auf der Bühne Synthesizer, während er den Fokus den zu seinen Songs laufenden Videos überließ - die Stadtlandschaften, Architektur und Fabrikgelände zeigten. Die Publikumsreaktionen fielen dabei sehr unterschiedlich aus: Während manche sich auf den Boden setzten oder legten, um die Musik still zu genießen, bildeten sich auch kleine Grüppchen, die dazu tanzten.

Ich selbst fand die Melodien durchaus angenehm, war mir aber auch der Tatsache bewusst, dass ich dringend ins Bett musste, denn für den nächsten Tag war frühes Aufstehen und ein Ausflug in den Süden der Insel angesagt. Deshalb drängte ich nach einer halben Stunde des Sets zum Aufbruch.


Insgesamt war das Norður Og Niður Festival für mich wohl am ehesten in der Kategorie "interessante Erfahrung" zu verbuchen. Musikalisch war doch sehr viel dabei, dass mich nicht packen konnte, oder das ich schlicht nicht verstand. Andererseits war ich wohl noch nie bei einer Veranstaltung, die so stark nach einer "Handschrift" ausgerichtet war, wo also die Planer diverse der Künstler seit langem kannten und wo sich immer wieder Kollaborationen von Künstlern ergaben, die man bereits in einem anderen Kontext gesehen hatte. Sehr gut fand ich auch die Idee, die Veranstaltungen über das Erwartbare hinaus zu erweitern, indem man etwa auch einen Vortrag über Gletscher oder einen Lebkuchenhaus-Backwettbewerb ins Programm aufnahm.