Die Editors sind wieder da! Am 9. März erscheint "Violence", wenn die Single "Magazine" ein Vorbote für deren Stilsei...


Die Editors sind wieder da! Am 9. März erscheint "Violence", wenn die Single "Magazine" ein Vorbote für deren Stilsein sollte, wird es wohl ganz schön poppig. Beim ersten Videoansehen hat mich der Song nicht wirklich gepackt, aber jetzt, wo ich ihn nochmals laufen lasse, muss ich bei den "Aahahahas"doch ein wenig mitwippen.

Was das Video betrifft, hatte der Regisseur anscheinend kürzlich einen Alptraum über den Konkurrenzkampf zwischen Bewerbern bei Vorstellungsgesprächen. Bleibt abzuwarten, ob Tom Smith bei den anstehenden Editors-Konzerten seinen gewohnten Look aus schwarzer Jeans mit schwarzem T-Shirt trägt oder auf seinen neuen schwarzen Anzug mit Krawatte umsattelt...

Poliça sind, anders, als der Name vielleicht vermuten lässt, eine US-amerikanische Band. s t a r g a z e dagegen ist eine Berliner Forma...



Poliça sind, anders, als der Name vielleicht vermuten lässt, eine US-amerikanische Band. s t a r g a z e dagegen ist eine Berliner Formation, die sich zwischen Klassik und Popmusik bewegt. Gemeinsam haben beide nun ein Album aufgenommen, "Music For The Long Emergency", das vom gleichnamigen Buch von James Howard Kunstler inspiriert wurde.

Das Buch kenne ich nicht und von beiden separaten Formationen bislang auch nichts - "Agree" ist jedoch musikalisch angenehm und zeichnet sich darüber hinaus zur Abwechslung durch ein Video aus, dessen Geschichte ich auf Anhieb verstehe. Juhu!





Bereits zu Nikolaus bekam ich eine sehr edel aussehende Schachtel Karamellbonbons geschenkt, aber Ihr wisst ja, wie das ist: Zu nichts ko...


Bereits zu Nikolaus bekam ich eine sehr edel aussehende Schachtel Karamellbonbons geschenkt, aber Ihr wisst ja, wie das ist: Zu nichts kommt man in der Weihnachtszeit, nicht einmal zum Essen von (noch mehr) Süßigkeiten. Und so wurde es Januar, bis ich mich den Bonbons von Frl. Diehl widmen "konnte".

Meine Schachtel enthält (na gut, enthielt) zehn Karamellbonbons, die auf den ersten Blick gleich aussehen. Schnell zeigt sich beim genaueren Betrachten aber, dass jedes Bonbon anders beschriftet ist und dass ich tatsächlich keines doppelt hatte. Auf der Rückseite der Verpackung findet man ebenfalls eine Auflistung der enthaltenen Geschmacksrichtungen, und dabei ist noch eine Broschüre, der man zum einen entnehmen kann, dass es sich bei Frl. Diehl um eine kleine Manufaktur aus Koblenz handelt und zum anderen kann man sämtliche erhältliche Sorten nachlesen.


Nachdem ich die Bonbons nun endlich probiert habe, kann ich berichten, dass es sich um ein ziemlich weiches Karamell handelt. Mir persönlich sind die Bonbons etwas zu groß, um sie einfach ganz zu lutschen, also beiße ich kleinere Stücke ab und lutsche dann diese. Die Sorten schmecken genauso, wie sie gekennzeichnet sind, also etwa nach Schokolade mit Muskat, Meersalz oder Vanille Orange. Alle Geschmacksrichtungen, die ich bisher getestet habe, fand ich gleichermaßen natürlich (außer Karamell und den geschmacksgebenden Komponenten ist auch nichts enthalten) wie lecker. Für Karamellfreunde eine tolle Geschenkidee.

Was schaute ich im Januar? Es lief im regulären Fernsehen die zwölfte (zwölfte!) Auflage von  Ich bin ein Star, holt mich hier raus!  Lei...



Was schaute ich im Januar? Es lief im regulären Fernsehen die zwölfte (zwölfte!) Auflage von Ich bin ein Star, holt mich hier raus! Leider schaffe ich es nicht, diesem Format, das seinen dramatischen Höhepunkt für mich eigentlich schon im Jahr 2011 (der Staffel mit Sarah Knappik) erreicht hatte, den Rücken zuzukehren. Dabei wäre es im Grunde völlig ausreichend, einfach täglich die sehr lustigen Berichte zu lesen, die Anja Rützel bei Spiegel Online veröffentlicht. Noch dazu bekäme ich dann mehr Schlaf...

Als ich noch an meinem Arbeitsort lebte, war es kein riesiges Problem, ein paarmal pro Woche erst gegen Mitternacht ins Bett zu kommen - jetzt, da ich eine volle Stunde früher aufstehe als damals, schon. Tatsächlich habe ich deshalb auch bei weitem nicht die komplette Staffel gesehen, zumal die Folgen selten so fesselnd waren, dass es nicht möglich gewesen wäre, irgendwann zu beschließen, lieber schlafen zu gehen.

Neben diesem Quatsch sah ich noch die Filmversion von Girl on the Train (ok) und begann mit der vierten Staffel von Homeland (ebenfalls, wobei man meiner Meinung nach auch gut eine Staffel ohne Liebesgeschichte um Carrie hätte machen können).

Im Januar widmete ich mich dem letzten Band der Jugendbuchserie um die Geisterbekämpfungstruppe Lockwood & Co.:  The Empty Grave.  Da...


Im Januar widmete ich mich dem letzten Band der Jugendbuchserie um die Geisterbekämpfungstruppe Lockwood & Co.: The Empty Grave. Das fünfte und letzte Buch der Reihe (wobei man bei Jonathan Stroud nicht wissen kann, ob ihm nicht irgendwann doch noch etwas für einen Zusatzband einfällt - bei der Bartimaeus-Serie war das so) beantwortet endlich (fast) alle Fragen, die von den vorausgehenden Teilen aufgeworfen wurden.

Wie immer bei Jonathan Stroud entspricht die dargestellte Realität der unseren, mit einem kleinen Unterschied. Bei Lockwood & Co. ist dies die Tatsache, dass Geister wirklich existieren und sich in den letzten Jahrzehnten zu einer gefährlichen Plage entwickelt haben: Fast überall spukt es nachts, und wenn man als Lebender mit einem Geist in Berührung kommt, endet das meist tödlich. Da außerdem nur Kinder und Jugendliche Geister sehen und hören können, sind so gut wie alle von ihnen berufstätig und kümmern sich nachts unter gefährlichen Bedingungen um die Beseitigung von diversen Spuk-Ursachen.

Im letzten Teil der Reihe erfährt man nun endlich, warum genau es eigentlich so viele Geister gibt und welche Rolle die großen Geister-Beseitigungs-Agenturen sowie die geheimnisvolle Orpheus Society spielen. Auch einige Fragen zu Lockwoods Herkunft und seiner Familie werden beantwortet. Insgesamt ein schönes Ende der Geschichte, deren Universum ich vermissen werde. Wie gesagt, vielleicht fällt Jonathan Stroud ja irgendwann noch etwas dazu ein?

Das Palladium weckt als Veranstaltungsort bei Menschen durchaus unterschiedliche Gefühlsregungen. Als mein Freund und ich entdeckten, das...


Das Palladium weckt als Veranstaltungsort bei Menschen durchaus unterschiedliche Gefühlsregungen. Als mein Freund und ich entdeckten, dass Kettcars Konzert im für uns etwa gleich gut erreichbaren Wiesbaden bereits ausverkauft war, für das Palladium aber (noch) Tickets zu haben waren, kauften wir diese eher mit zusammengebissenen Zähnen: Wer will schon ins Palladium, wo der Sound meist schlecht ist, man dafür das Publikum gut beim Reden hören kann, wo das Parken eine Qual ist, man von weiter hinten die Bühne nicht sehen kann und das Garderobensystem eine Zumutung darstellt?

Ganz anders dürfte die Reaktion bei Kettcar ausgefallen sein, denn wie die Band gestern Abend von der Bühne aus erzählte, hatte man ursprünglich ins E-Werk (gleich gegenüber) gewollt, das sei aber bereits mit einer Karnevalsveranstaltung belegt gewesen. Im größeren Palladium hatte man ursprünglich geplant, den Stehbereich auf der Galerie zu sperren und auchden hinteren Teil der riesigen Halle abzuhängen, um den Raum voller erscheinen zu lassen - aber dann wurden alle Tickets verkauft. Das Palladium mit seiner Kapazität von 4000 Personen ausverkauft zu haben schmeichelte der Band sichtlich - es war ihr größtes Innenraumkonzert aller Zeiten, weder Berlin noch Hamburg hatte mehr Publikum.


Der Abend begann aber natürlich mit der Vorband, das heißt, eigentlich mit Marcus Wiebusch, der es sich nicht nehmen ließ, diese persönlich anzukündigen. Er erklärte, Fortuna Ehrenfeld hätten Kettcar nun schon bei der gesamten Tournee begleitet und man sei ganz begeistert von dem Kölner Trio - und bitte das Publikum deshalb darum, ihm Aufmerksamkeit zu schenken.

Das taten wir dann natürlich auch, wobei ich soeben per Internet feststellte, dass Fortuna Ehrenfeld streng genommen nur aus dem Sänger und Songschreiber Martin Bechler besteht, der für seine Albenveröffentlichungen (es gibt zwei) sämtliche Instrumente selbst einspielt. Bechler stammt aus Köln Mülheim, hatte es also nicht weit zum Palladium. Dieser Umstand erklärte vielleicht sein Outfit:  Er trug einen Schlafanzug und passend dazu Bärenpfoten-Hausschuhe. Seine Mitmusiker - eine Keyboarderin und ein Schlagzeuger - hielten es da eher mit Kleidung, die generell als öffentlichkeitstauglich akzeptiert wird.


Fortuna Ehrenfeld passt gut zum Label Grand Hotel van Cleef und auch als Vorband zu Kettcar, mit deutschen Texten und einer gewissen Intellektualität. So richtig packen konnte mich die Musik dennoch nicht. Als Vorband hat man es im übrigens auch bei ausdrücklicher Empfehlung durch den Hauptact im Palladium nicht leicht: Das Reden der Zuschauer führte dank der Hallenakustik zu einem ungewöhnlich hohen Geräuschpegel.

Setliste:

Gegen die Vernunft
Analoges Mädchen
Rakete
Nach Diktat verreist
Das letzte Kommando
Penn’ könn’
Glitzerschwein
Hundeherz
Der Puff von Barcelona


Weiter ging es dann recht schnell mit Kettcar selbst, die an diesem Abend komplett in schwarz gekleidet waren. Die Band hat im Oktober ihr neuestes Album "Ich vs. Wir" veröffentlicht, das auch den Anlass der Tour bot. Vorher war es länger eher still um die Hamburger Band gewesen. Das 2012er Album "Zwischen den Runden" gilt in Fankreisen als eher mau, und anschließend kam 2014 Marcus Wiebuschs Soloalbum "Konfetti" heraus, so dass man sich fragen konnte, ob es mit Kettcar vorbei sei - von der "verwandten" Band Tomte ist schließlich seit den Soloalben von Thees Uhlmann nichts mehr erschienen.


Kettcar gibt es aber noch, und sie sind, so formulierte Wiebusch es ironisch, "nun eine politische Band". Offenbar haben die aktuellen Lieder "Sommer '89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)", "Ankunftshalle" und "Mannschaftsaufstellung" größere Diskussionen ausgelöst, oder, wie Wiebusch zu "Sommer '89" sagte: "Wir haben uns über dieses Lied so dermaßen viel Scheiße anhören müssen".

Tatsächlich sieht die Band sich selbst offenkundig nicht als großartig anders als früher, und so wurden alte und neue Songs auch fröhlich durcheinander gewürfelt - etwa in einem "Emo Block" mit Liebesliedern von 2012 ("Rettung") und 2005 ("48 Stunden" und das nur zu zweit vorgetragene "Balu"). Viele Lieder wurden übrigens per LED-Wand mit Videos untermalt, bei "Sommer '89" oder "Ankunftshalle" etwa mit dem veröffentlichten.


Immer wieder kam man zwischen den Songs auf das Thema Köln, und das nicht nur, als im Text zum Song "Im Taxi weinen" der Verkehrsverbund Hamburgs HVV spontan zur Kölner KVB geändert wurde. Für Heiterkeit sorgte eine Geschichte, dass die Band 2001 ein Konzert im Luxor gespielt habe. Damals war man auf der Suche nach einem Label, das ihr Debütalbum "Du und wieviel von deinen Freunden" veröffentlichen sollte, und hatte mehrere Repräsentanten des Labels Zomba eingeladen. Das Konzert lief dann auch großartig, nur waren die Label-Repräsentanten gar nicht erst erschienen und teilten per E-Mail mit, Kettcar seien ihnen in jedem Fall zu alt. Im Nachhinein ein Glücksfall, denn die Absage führte letztlich zur Gründung des eigenen Labels Grand Hotel van Cleef. So kann es gehen: 2001 zu alt für einen Plattenvertrag, 2018 das Palladium ausverkaufen.


Mit "Deiche" fand das Konzert der ausgesprochen gut aufgelegten Band zunächst ein fulminantes Ende, man ließ sich aber bereitwillig für eine ausgiebige Zugabe zurück auf die Bühne klatschen. Zu dieser zählte auch, quasi als Coverversion, Wiebuschs Solosong "Der Tag wird kommen", zu dem das Publikum nachdrücklich aufgefordert wurde, die Hände in die Luft zu heben, zur Not auch ironisch. Eine schnelle und rockige Version von "Ich danke der Academy" führte dann zu Pogo unter den meist mittelalten Zuschauern um uns herum. Ein zweites Ende fand das Konzert dann mit "Landungsbrücken raus", doch Kettcar ließen sich ein letztes Mal zurück bitten und spielten aus Rausschmeißer noch den neuen Song "Den Revolver entsichern". Dieser stellt den Versuch der Band dar, einmal ein positives und ermutigendes Lied zu schreiben, was mit dem Refrain "Von den verbitterten Idioten nicht verbittern lassen" halbwegs gelungen ist.


Damit was das Konzert dann wirklich beendet. Dass Kettcar wieder toll waren, ist nicht weiter unerwartet. Ungewöhnlicher war da schon der Mann im Schlafanzug mit Federboa und seine Bärenpfoten, aber auch er war nicht das Überraschendste, das wir an diesem Konzertabend sahen:  Über uns auf der Galerie konnten wir nämlich gut sehen, dass ein Mann auf diversen Papierbögen das gesamte Konzert mitmalte - zu gerne wüsste ich, ob es nun eine ganze Reihe Live-Porträts gibt oder ob er sich wie Sara Riel beim Norður Og Niður Festival nur von der Musik zu abstrakten Linien inspirieren ließ.

Setliste:

Trostbrücke Süd
Balkon gegenüber
Graceland
Money Left to Burn
Sommer '89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)
Wagenburg
Rettung
48 Stunden
Balu
Benzin und Kartoffelchips
Tränengas im High-End-Leben
Kein Außen mehr
Im Taxi weinen
Mannschaftsaufstellung
Ankunftshalle
Deiche

Auf den billigen Plätzen
Der Tag wird kommen
Ich danke der Academy
Landungsbrücken raus

Den Revolver entsichern

Im Dezember kaufte ich, dem allgemeinen Lauf der Dinge entsprechend, eher für andere Menschen ein. Allerdings fuhren mein Freund und ic...


Im Dezember kaufte ich, dem allgemeinen Lauf der Dinge entsprechend, eher für andere Menschen ein. Allerdings fuhren mein Freund und ich am zweiten Weihnachtsfeiertag gemeinsam nach Island, wo alles unheimlich teuer ist. In diesem Kontext wären dann doch einige Anschaffungen zu nennen, etwa die Reise an sich, zusätzlich Tickets für Sigur Rós und das hier bereits ausführlich verbloggte Norður Og Niður-Festival.


Außerdem leisteten mein Freund und ich uns zwei Ausflüge beim lokalen Tour-Anbieter Reykjavik Excursions. Einmal fuhren wir mit einem Reisebus den sogenannten "Golden Circle" ab, eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, die so gut wie jeder Islandbesucher abklappert. Dabei besuchten wir ein mit geothermischer Energie betriebenes Tomaten-Treibhaus, den Geysir, von dem alle anderen natürlichen Wasserfontänen diesen Namen erhalten haben (sowie seinen heutzutage eruptionsfreudigeren Nachbarn Strokkur), den Wasserfall (oder wohl eher die Wasserfälle) Gullfoss sowie den Þingvellir National Park, wo zum einen die europäische und die nordamerikanische Kontinentalplatte aneinander stoßen und zum anderen das erste Parlament der Welt tagte.


An einem anderen Tag reisten wir, ebenfalls mit dem Reisebus, an die Südküste. Hier besuchten wir die beiden Wasserfälle Seljalandsfoss and Skógafoss (letzterer kommt anscheinend in "Thor - The Dark World" vor, aber ich weiß nicht, in welcher Szene). Außerdem machten wir zwei Stops am schwarzen Strand von Reynisfjara und sahen die Basaltfelsen von Reynisdrangar. Unterwegs gab es auch einen kleinen Fußmarsch zu einem Gletscher, den unsere Gruppe allerdings nur betrachten und nicht besteigen durfte.


Im Vorfeld war ich ein wenig besorgt gewesen, weil Island zur Weihnachtszeit nur wenig Tageslicht hat. Würden wir etwa versuchen, im Dunkeln einen Wasserfall zu besichtigen? Sind nachts nicht sowieso alle Strände schwarz? Tatsächlich waren die Touren aber so organisiert, dass man die Dunkelheit hauptsächlich im Bus verbrachte. Alle Naturschauspiele waren problemlos zu sehen. Etwas mehr zu schaffen machte mir die Kälte: Obwohl Island dank Golfstrom im Winter gar nicht so kalt ist, wie man vielleicht erwarten würde, und ich unter meinen Jeans meistens noch eine Thermoleggings trug, wurde mir bei so manchem Haltepunkt an den Beinen, Füßen und Händen (trotz Handschuhen) unangenehm kalt.


Nichtsdestotrotz war es ein tolles Erlebnis alle diese Naturschauspiele erleben zu können, und gerade Wasserfälle sehen im Winter durchaus ansprechend aus.


Im Dezember sah ich, wie vermutlich halb Deutschland, die erste deutsche Netflix-Serie Dark . Vorab hatte ich im Netz Vergleiche zu Stranger...

Im Dezember sah ich, wie vermutlich halb Deutschland, die erste deutsche Netflix-Serie Dark. Vorab hatte ich im Netz Vergleiche zu Stranger Things sowie der 80er Jahre Filmreihe Zurück in die Zukunft gelesen, die beide auch irgendwie ihre Berechtigung haben... dennoch erzählt Dark eine eigene und andere Geschichte. Das geschieht auf drei Zeitebenen, nämlich in der Gegenwart (na gut, 2019), 1986 und später auch 1953. Die Handlung ereignet sich immer am selben Ort, einer fiktiven deutschen Kleinstadt namens Winden, in der sich ein Atomkraftwerk befindet (1953 ist es noch in Planung).


Zu Beginn der Handlung (2019) ist ein Schüler des Ortes bereits verschwunden, ein weiterer erleidet in der ersten Folge dasselbe Schicksal. Dessen Eltern fühlen sich schmerzhaft an das Jahr 1986 erinnert, als der Bruder des Vater ebenfalls verschwand. Gleichzeitig taucht die Leiche eines Jungen auf, der aber nicht der Verschwundene ist, und ein Bewohner des Ortes begeht überraschend Selbstmord und hinterlässt einen merkwürdigen Abschiedsbrief.

Schnell wird für den Zuschauer klar, dass zum einen diverse Bewohner des Ortes, oft auch versehentlich, zwischen den Zeitebenen hin- und herreisen können, und dass zu allen Zeitpunkten der Geschichte außerdem jemand Kinder und Jugendliche bewusst entführt und tötet. Weit weniger klar wird, was das alles soll, und das Verständnis der Geschichte wird erheblich dadurch erschwert, dass zwar auf allen drei Zeitebenen dieselben Figuren, beziehungsweise deren Eltern, Großeltern und Kinder, agieren, man aber ständig überlegen muss, wer jetzt nochmal wer war. Am besten wäre es wohl, man schriebe mit, um dann schnell nochmals nachsehen zu können, dass die zickige Hotelbesitzerin des Jahres 2019 im Jahr 1986 ein lockiges Außenseiterkind war. Die Serie gibt sich zwar durchaus Mühe, die Figurenparallelen aufzuzeigen, letztlich kann man alles verstehen, aber es ist doch sehr mühsam.


Auch wenn im Laufe der Handlung manches erklärt wird und sich dem Zuschauer zusätzliche Figurenparallelen erschließen, ist man am Ende der Staffel bei weitem nicht in der Lage, die gesamte Geschichte zu verstehen. Eine zweite Staffel ist bereits angekündigt, also war den Machern vermutlich klar, dass sie noch mehr Zeit haben würden, das Angefangene zu beenden. Dennoch ist es ein wenig frustrierend, mit so vielen losen Enden zurückgelassen zu werden.

Dadurch, dass ich Ende Dezember in Island war und danach erst einmal 11 Jahresrückblicke geschrieben habe, war keine rechte Zeit für die reg...

Dadurch, dass ich Ende Dezember in Island war und danach erst einmal 11 Jahresrückblicke geschrieben habe, war keine rechte Zeit für die regulären Monatsberichte. Also kommt der Dezember eben erst jetzt.


Im Dezember las beziehungsweise hörte ich Margaret Atwoods Alias Grace. Selbigen Roman hatte ich bereits vorher einmal gelesen. Nachdem ich mich bezüglich der Handlung aber an so gut wie nichts mehr erinnern konnte und die Geschichte durch eine auf ihr basierende Fernsehserie wieder ins Gespräch kam, erwarb ich kurzerhand das Hörbuch.

Leider kam ich mit diesem aber kaum voran, weil ich beim Zuhören ständig entweder gedanklich abschweifte oder einschlief. Ich war schon kurz davor, aufzugeben, als ich es testweise noch einmal mit dem gedruckten Buch versuchte und feststellte, dass es sich hier um einen Roman handelt, den ich lesend deutlich besser verarbeiten kann als hörend. Warum das nun so ist, kann ich nicht genau sagen. Zum Teil dürfte es daran liegen, dass in dem Buch einige Aspekte der Haushaltsführung im viktorianische Zeitalter sehr detailliert beschrieben werden - was mich beim Lesen dazu brachte, manche Passagen eher zu überfliegen, und beim Hören natürlich nicht sehr spannend ist.

Das Buch an sich gefiel mir aber durchaus gut. Dass die Hoffnungen auf eine definitive Erklärung am Ende nicht erfüllt werden, überrascht bei einem postmodernen Roman nicht sonderlich, ebensowenig, dass beide Erzähler (Grace erzählt aus ihrer eigenen Perspektive, man erhält aber zusätzlich auch die des Psychologen) wenig vertrauenswürdig sind.


Inhaltlich dreht sich der Roman um die historische Figur Grace Marks, die im Alter von 16 Jahren als Hausangestellte sowohl ihren Arbeitgeber als auch dessen Geliebte ermordete oder zumindest den Stallburschen dazu überredete, und mit diesem floh. Auch im echten Leben war ihre Schuld an der Tat, nicht zuletzt wegen ihres jungen Alters, umstritten, weshalb sie im Gegensatz zu ihrem wahrscheinlichen Mittäter nicht hingerichtet wurde.

Im Roman beschließt ein Psychologe, Grace, die sich nach eigenen Angaben an die Morde nicht erinnern kann, im Irrenhaus zu besuchen und Gespräche  mit ihr zu führen, aus denen er sich psychologische Erkenntnisse erhofft. Grace erzählt Dr. Jordan ihr gesamtes Leben, jedoch bleiben die entscheidenden Ereignisse aus Lesersicht verschwommen und mehrdeutig - dennoch ist die Geschichte faszinierend und ließ mich nicht mehr los. Irgendwann sehe ich mir sicher auch die Miniserie an.

Erinnert sich noch jemand an den Sendeschluss? Den letzten habe ich am 10. Dezember veröffentlicht, mit And The Golden Choir. Warum also ...


Erinnert sich noch jemand an den Sendeschluss? Den letzten habe ich am 10. Dezember veröffentlicht, mit And The Golden Choir. Warum also nicht gleich hier weitermachen? Mittlerweile gibt es nämlich schon wieder eine neue Single, und das Video dazu wurde sicherlich am Silvesterabend in Berlin gedreht - also ist es wohl buchstäblich das erste Video, das 2018 gedreht wurde.

Das Lied "Rain" war bereits bei der letzten Tournee von And The Golden Choir im Liveset enthalten - schön, dass es der Song auf die neue Platte geschafft hat.





Singles So, hier kommt der letzte Teil, die Singles 2017. Und damit können wir uns dann langsam dem aktuellen Jahr zuwenden. 5. Day I...


Singles

So, hier kommt der letzte Teil, die Singles 2017. Und damit können wir uns dann langsam dem aktuellen Jahr zuwenden.

5. Day I Die – The National


4. Going Backwards – Depeche Mode


3. You’re In Love With A Psycho – Kasabian


2. Star Roving – Slowdive


1. Spent The Day In Bed – Morrissey


Serien Das Serienthema wird nicht übersichtlicher. Bei all dem, was auf den Markt geworfen wird und angeblich toll und sehenswert ist, k...

Serien

Das Serienthema wird nicht übersichtlicher. Bei all dem, was auf den Markt geworfen wird und angeblich toll und sehenswert ist, komme ich überhaupt nicht mehr mit. Immerhin The Walking Dead erleichtert mir rücksichtsvoll die Wahl, weil es in der letzten und aktuellen Staffel rapide schlechter geworden ist. Twin Peaks hat die eigene Bewerbung auch gewissermaßen zurückgezogen. So kommt man nicht aufs Treppchen. Aber wer dann?

5. Mr. Robot (Staffel 1)


Eine Serie um einen Hacker, der eigentlich nur mit kleinen, privaten Manövern seine Art von Gerechtigkeit herstellt - bis er in Kontakt mit einer Gruppe kommt, die eine Großbank zerstören will. Die Handlung ist absichtlich derart unzuverlässig erzählt, dass man als Zuschauer nur selten genau, weiß, was eigentlich genau passiert ist. Rami Malek spielt die psychisch auffällige Hauptfigur Elliot dabei so überzeugend, dass ich ihn gerne einmal in etwas anderem sehen würde - schon, um mich davon  zu überzeugen, dass es dem Schauspieler nicht wirklich immer so schlecht geht wie Elliot.

Staffel 2 ist angeblich noch verworrener, aber die kenne ich noch nicht.

4. Babylon Berlin (Staffel 1 & 2)


Wahnsinn, eine deutsche Serie in den Top 5! Babylon Berlin entführt seine Zuschauer überzeugend in die späten 20er Jahre. Hier liegen glamouröse Ausschweifungen und elendste Armut sehr nahe beieinander, und hinter allem brodeln extremistische politische Strömungen. Die beiden gezeigten Staffel gefielen mir sehr gut, ließen aber auch genug offen, um auch eine dritte zu rechtfertigen. Hier schrieb ich bereits mehr dazu.

3. Rectify (Staffel 1 & 2)


Auf Rectify kam ich unter anderem über den Podcast meiner Phantasiefreunde. Daniel war seit seinem 19. Lebensjahr im Gefängnis, weil er beschuldigt wurde, seine Freundin ermordet zu haben. Seine Familie hat unermüdlich um seine Freilassung gekämpft und diese auch erreicht. Doch was nun? Wie soll der nun 39jährige, der die letzten zwanzig Jahre quasi komplett verpasst hat, wieder Anschluss finden - sowohl an seine Familie als auch an den Wohnort, der ihn nach wie vor als Mörder sieht?

Auch für Rectify gilt, dass die Rolle des Daniel von Aden Young zwar generell sehr gut verkörpert wird, ich mir aber manchmal Sorgen um den Schauspieler machte - hoffentlich hat er privat und in anderen Produktionen mehr Mimik in seinem Repertoire. Mehr zu Rectify gibt es hier.

2. The Leftovers (Staffel 3)


Nie hätte ich gedacht, dass man eine derart skurrile Geschichte wie The Leftovers überhaupt irgendwie zu Ende erzählen kann. In Staffel 3 stellt sich Nora Durst der Trauer um ihre verschwundene Familie, während Kevin Garveys geistige Gesundheit nicht gerade besser wird. Aus diversen Gründen finden sich alle Figuren irgendwann in Australien wieder, wo Garveys nicht weniger durchgeknallter Vater der Meinung ist, dass nur er die Welt retten kann. Er kann seinen Sohn überreden, ein weiteres Mal in die Zwischenwelt zwischen Leben und Tod zu reisen, während Nora viel Geld dafür bezahlt, um mit Hilfe einer Maschine ebenfalls zu "verschwinden".

1. Game of Thrones (Staffel 7)


Wer hätte gedacht, dass Game of Thrones es noch einmal so hoch in meine Jahrescharts schaffen? Man merkt, dass die Serie ihrem Ende zugeht, und es ist gut (und wäre sicherlich auch gut für The Walking Dead), dass ein solches bereits feststeht. So wurde in der vorletzten Staffel nochmals alles gegeben, um die Spannung zu steigern und die Handlung voran zu treiben.

Allerdings plagen mich mittlerweile doch größere Zweifel, ob die Menschheit gegen den Night King siegen kann...