"Jetzt ist schon wieder was passiert." So beginnen die Brenner-Romane von Wolf Haas, wobei "was" natürlich stets ein ...

Konzertkarten-Budget 2018: aufgebraucht


"Jetzt ist schon wieder was passiert." So beginnen die Brenner-Romane von Wolf Haas, wobei "was" natürlich stets ein Mord ist.

In meinem Fall kann die Floskel stattdessen auf diverse Ticketkäufe angewendet werden, aber beginnen wir doch am Anfang: Schon letztes Jahr ging es mit den Bandbestätigungen für die Festivals von 2017 los - hier beklagte ich mich bereits über den Frühbuch-Terror, dem man als potenzieller Gast ausgesetzt war. Tatsächlich habe ich auch bereits seit November Tickets für das Mitte Juni stattfindende Best Kept Secret Festival. Neben den Headlinern Radiohead und Arcade Fire wurde lange Zeit nichts bestätigt, und als dann doch weitere Buchungen bekannt wurden... nun ja, sagen wir es so: Es ist recht offensichtlich, dass ein Großteil des Budgets für die beiden Headliner verpulvert wurde und man danach eben irgendwie versucht hat, das Line-up voll zu bekommen. Immerhin freue ich mich auch auf Aurora und Cigarettes After Sex.

Mein anderes Festival dieses Jahr (ich gehe ja immer nur auf zwei) ist wiederum das A Summer's Tale in der Lüneburger Heide. Hier gibt es über das Line-up grundsätzlich nichts zu meckern, nur leider trifft es zu einem Großteil nicht unbedingt meinen persönlichen Geschmack. Die Pixies, Feist und PJ Harvey passen definitiv zum angepeilten Zielpublikum, und für meinen Geschmack bietet man immerhin zusätzlich The Notwist und Franz Ferdinand. Auch Get Well Soon werden vorbei schauen.

So weit die Festivals. Mein Noel Gallagher-verrückter Freund wollte sich aber auch auf keinen Fall die aktuelle U2-Tournee entgehen lassen, bei der - was zugegebenermaßen attraktiv klingt - das Album "The Joshua Tree" komplett gespielt wird. Sein Idol Noel übernimmt den Support. Sämtliche Termine in Europa sind längst ausverkauft, aber via eBay erwarben wir überteuerte Tickets für einen der Rom-Termine. Wir verbinden das Ganze mit einer ganzen Woche Urlaub in der italienischen Hauptstadt und erwarben, quasi als Rahmenprogramm, zusätzlich noch Tickets für Auftritte von The XX und Moderat. Übrigens verlangt Eventim für den Versand von Tickets aus Italien völlig aberwitzige Gebühren. Mein Freund ist übrigens ein wenig traurig, denn ich habe mein Veto dagegen eingelegt, vor Ort auch noch ein Konzert der Band Einstürzende Neubauten zu besuchen.

Weiter geht es dann im Oktober, denn dann werden Slowdive in Amsterdam auftreten. Nachdem wir die Band beim Maifeld Derby, das dieses Jahr parallel zum Best Kept Secret Festival stattfindet, verpassen werden, bekommen wir doch noch eine Chance, sie zu sehen. Als große Ausnahme meiner Konzertliste sind die Ticketpreise für dieses Konzert extrem human - wenn da nicht noch die erforderliche Hotelübernachtung wäre, denn aus irgendeinem Grund scheint Amsterdam zum besagten Termin schon fast ausgebucht zu sein. Am Morgen nach dem Konzert müssen wir auch schnell nach Hause fahren, denn für denselben Abend haben wir Karten, um Nick Cave in Frankfurt zu sehen.

Damit ist der gleichzeitig ungewöhnlichste und auch teuerste Konzertbesuch des Jahres aber noch gar nicht erwähnt, denn am 26. Dezember fliegen wir nach Reykjavik, um dort die Band Sigur Rós in der Konzerthalle Harpa zu besuchen. Die Tickets, der Flug, selbst die Ferienwohnung... ein nicht ganz günstiger Spaß, dafür sind wir, wie schon in Rom, mehrere Tage vor Ort und können diese auch touristisch nutzen. Da ich noch nie in Island war, freue ich mich auf diese Reise, Geysire und Nordlichter. Und da alles sowieso schon so teuer ist, hat mein Freund beschlossen, dass wir uns Sigur Rós, die insgesamt an vier Abenden hintereinander auftreten werden, auch gleich zweimal ansehen können.

Wenn man so weit in die Zukunft blickt, vergisst man schnell das Naheliegende: Gestern fand ich nämlich als Geschenk auf dem Frühstückstisch ein Ticket für das heute in Köln stattfindende Konzert von Depeche Mode.

So, damit dürfte denke ich entschieden sein, dass wir uns im Jahr 2018 konzerttechnisch auf Wohnzimmerkonzerte sowie Open Mic-Shows in unserer Gemeinde beschränken werden. Sonst kann das ja kein Mensch bezahlen...



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